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Wärmenetze Tamm

Die Stadtwerke Tamm bauen und betreiben zwei Wärmenetze im alten Ort und in Hohenstange.

Zukunftssichere Wärme für Tamm

Seit Anfang 2022 bauen die Stadtwerke Tamm Wärmenetze im alten Ort und im Stadtteil Hohenstange. Der Anschluss an ein Wärmenetz bedeutet für die Tammer Bürgerinnen und Bürger eine zukunftssichere, erneuerbare und langfristig günstige Wärmeversorgung. Die Stadtwerke sind als 100-prozentige Tochter der Stadt ein demokratisch kontrolliertes und im öffentlichen Interesse handelndes Unternehmen ohne Gewinnerzielungsabsichten.

Interessensbekundung zum Wärmenetz in Tamm

Sie haben Interesse an einem Anschluss an das neue Wärmenetz im alten Ort? Dann füllen Sie gerne die Interessensbekundung aus und senden uns diese zu an: waermewende-tamm(@)lea-lb.de oder per Post an Stadtwerke Tamm GmbH, Hauptstr. 100, 71732 Tamm:
Interessenbekundung Wärmenetz

Wir beraten Sie, wenn Sie Interesse an einem Anschluss an das Tammer Wärmenetz haben. Bei Fragen zum Projekt oder zum Ausfüllen der Interessensbekundung melden Sie sich gerne bei Johannes Stiefel der Energieagentur Kreis Ludwigsburg LEA e.V. (waermewende-tamm(@)lea-lb.de | 07141/68893-041).
Erste Informationen bietet auch unser Flyer „Schritt für Schritt zu Ihrem Wärmenetzanschluss”.

Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie Antworten zu häufig gestellten Fragen rund um die Wärmenetze:

Was ist ein Wärmenetz? Was bedeutet Nahwärme?

Die Wärmeversorgung über ein Wärmenetz oder „Nahwärme“ funktioniert, indem Wasser zentral erhitzt wird. Über unterirdische, gut gedämmt Rohrleitungen wird die Wärmeenergie als heißes Wasser zu vielen einzelnen Häusern transportiert und verteilt. Im Gebäude erfolgt die Übergabe der Wärme an einer Übergabestation in den Wärmekreis des Gebäudes.

Für die zentrale Erhitzung des Wassers können viele unterschiedliche Wärmequellen genutzt werden. So lassen sich erneuerbare Energieträger gut in das Wärmenetz einbinden. In Tamm speist beispielsweise die Biogasanlage, zwei Blockheizkraftwerke mit Kraf-Wärme-Kopplung und ein Holzhackschnitzelkessel Wärme ins Netz ein. Diese Energieträger werden in den kommenden Jahren hin zu rein erneuerbaren Energieträgern transformiert (zum Beispiel Groß-Wärmepumpe, Freiflächen-Solarthermie, saisonaler Wärmespeicher, Geothermie).

Dabei gilt: Je mehr Haushalte sich entlang einer Wärmenetztrasse an ein Wärmenetz anschließen, desto besser – denn umso effizienter kann das Wärmenetz betrieben, die Wärmeverluste sind geringer und die Kosten können verteilt werden.

Meine Heizung ist kaputt oder muss bald getauscht werden. Was soll ich tun?

Eine pauschale Antwort gibt es hierzu nicht. Dies hängt immer von den individuellen Gegebenheiten Ihres Gebäudes ab und von den Möglichkeiten, die es direkt vor Ort gibt. Schauen Sie gerne auf den aktuellen Ausbauplan des Wärmenetzes (LINK). In welchem Ausbaugebiet liegen Sie? Steht der Ausbau des Wärmenetzes bei Ihnen bald an? Wenden Sie sich gerne an den Ansprechpartner der Energieagentur Kreis Ludwigsburg Johannes Stiefel (Telefonnummer: 07141-68893041, E-Mail: johannes.stiefel(@)lea-lb.de). Gemeinsam finden wir eine Lösung, auch in dem Fall, dass ein Heizungstausch bereits vor dem möglichen Anschluss an ein Wärmenetz ansteht.

Liegt Ihr Haus nicht in einem Wärmenetzausbaugebiet und möchten Sie sich zu den Möglichkeiten eines Heizungstauschs informieren, nutzen Sie bitte das allgemeine Beratungsangebot der Energieagentur Kreis Ludwigsburg.

Wie kann ich mein Gebäude an das Wärmenetz anschließen lassen?

Der Anschluss erfolgt in zwei Schritten:

  1. Im Rahmen des Tief- und Rohrleitungsbaus wird die Hausanschlussleitung bis durch die Kellerwand ins Haus geführt. Das Verlegen eines Anschlusses empfehlen wir für alle Häuser, auch wenn die aktuelle Heizung noch nicht das Ende der Lebensdauer erreicht hat.
  2. Im zweiten Schritt führt ein von den Stadtwerken beauftragter Heizungsbauer das Wärmenetz aus dem ersten Schritt bis in Ihren Heizungskeller und installiert die von den Stadtwerken gestellte Wärmeübergabestation mit Trinkwarmwasserbereitstellung. Ihr Heizungsbauer übernimmt die Verbindung der Wärmeübergabestation mit Ihrem Hausnetz. Der zweite Schritt kann auch erst in einigen Jahren umgesetzt werden, wenn Ihre aktuelle Heizungsanlage nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben ist. Laufende Kosten entstehen bis dahin nicht.

Wenn Sie bereits einen Hausanschluss haben, dieser aber noch nicht angeschlossen wurde, wenden Sie sich bitte an die Stadtwerke (LINK).

Wenn Sie in einer Straße wohnen, die bereits erschlossen ist, Sie aber noch keinen Hausanschluss haben, wenden Sie sich bitte an die Stadtwerke (LINK).

Wenn Sie in einem zukünftigen Bauabschnitt liegen, wenden Sie sich bitte an die Energieagentur Kreis Ludwigsburg (LINK).

Alle Informationen dazu sind übersichtlich in unserem Flyer dargestellt: Flyer-LINK

Welche Vorteile bietet mir der Anschluss an das Wärmenetz?

Ein Anschluss an das Wärmenetz bringt viele Vorteile mit sich. Bei einer Heizungsumrüstung erfüllen Sie mit Leichtigkeit das „Heizungsgesetz“ sowie die durch das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) des Landes Baden-Württemberg festgelegten Vorgaben für den Einsatz regenerativer Energien. Auch beim Heizkostenvergleich ist die Nahwärme gegenüber Öl und Gas eine sehr gute Option und wird in Zukunft immer attraktiver, gerade mit dem Steigen des europäischen CO2-Preises. Sie sind unabhängig von Energieträgerimporten und schwankenden Preisentwicklungen.
Außerdem haben Sie mehr Platz im Keller und es entstehen nur sehr geringe Instandhaltungskosten, da der Betrieb nahezu wartungsfrei erfolgt.

Welche Anforderungen muss mein Gebäude erfüllen, wenn ich mich an das Wärmenetz anschließen möchte? Muss mein Gebäude saniert werden?

Prinzipiell können die meisten Gebäude an das Wärmenetz angeschlossen werden. Für den Hausanschluss muss eine Leitung von dem Verteilnetz ans und ins Haus gelegt werden. Direkt im ersten Beratungsgespräch (LINK) kann gemeinsam geschaut und überprüft werden, wo dies möglich ist. Darüber hinaus sollte das Gebäude bereits über eine zentrale, wassergeführte Wärmeversorgung verfügen, damit der Installationsaufwand innerhalb des Gebäudes möglichst geringgehalten werden kann.

Grundsätzlich ist jedoch die Sanierung Ihres Gebäudes immer für Sie von Vorteil: Ihr Verbrauch sinkt und damit auch Ihre Heizkosten. Zudem helfen sanierte Gebäude das Wärmenetz mit den künftig gänzlich erneuerbaren Energieträgern effizienter betreiben zu können.

Wie wird mein Anschluss an das Wärmenetz gefördert?

Die Bundesregierung fördert den Umstieg auf das erneuerbare Heizungssystem im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Für die Kosten, die beim Umstieg auf das Wärmenetz entstehen, gelten im Rahmen der förderfähigen Kosten folgende Förderquoten:

• 30 % Basisförderung

• zusätzlich 20 % Klimageschwindigkeitsbonus für selbstnutzende Wohneigentümer beim Austausch einer funktionstüchtigen Gas- oder Biomasseheizung (>20a) oder einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung.

• zusätzlich 30 % Einkommensbonus für selbstnutzende Wohneigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis max. 40.000 €

Maximal werden 70 % Förderung gewährt. Die reine Vorverlegung ins Haus wird nicht gefördert – Sie können einen Teil dieser Kosten allerdings als Handwerkerkosten bei Ihrer Einkommenssteuer geltend machen. Wir unterstützen Sie gerne im Rahmen bei der Beantragung der Fördermittel (LINK).

Wie kann ich meine Förderung beantragen?

Registrieren Sie sich auf der Webseite meine.kfw.de. Für die Beantragung der Fördermittel benötigen Sie die so genannte Bestätigung zum Antrag (BzA), die Ihnen eine Energieberater:in erstellt. Anschließend können Sie mit der BzA den Fördermittelantrag online auf meine.kfw.de stellen. Der Förderbescheid ist drei Jahre gültig!

Welche erneuerbaren Wärmeerzeuger versorgen die Wärmenetze künftig?

Bis 2030 soll das Wärmenetz im alten Ort in Tamm vollständig erneuerbar werden. Ein intelligenter Energiemix schöpft die lokal vorhandenen Potenziale optimal aus:

  • Die bestehende Biogasanlage wird sich künftig noch flexibler an den Strommarkt anpassen und dann Wärme liefern, wenn der Strompreis hoch ist.
  • Wärmepumpen mit den Wärmequellen Luft, Erdwärme und Grundwasser sorgen für günstige Wärme immer dann, wenn der Strompreis an der Börse niedrig ist.
  • Übergangsweise wird noch mit Biomasse (Holzhackschnitzeln) zugeheizt.
  • Perspektivisch ergänzt ein großes Kollektorfeld zur Nutzung von Solarenergie das Erzeugungsportfolio – die dafür notwendige Mindestabnahme an Wärme wird durch den kontinuierlichen Ausbau erreicht.
  • Der Energiemix wird ergänzt durch große Wärmespeicher. Sie ermöglichen ein Entkoppeln von Produktion und Verbrauch und verstärken so die Stromnetzdienlichkeit des Wärmenetzes.

Förderungen rund um Wärmenetze

Die Bundesregierung fördert den Umstieg auf das erneuerbare Heizungssystem im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Für die Kosten, die beim Umstieg auf das Wärmenetz entstehen, gelten im Rahmen der förderfähigen Kosten folgende Förderquoten:

  • 30 % Basisförderung
  • zusätzlich 20 % Klimageschwindigkeitsbonus für selbstnutzende Wohneigentümer beim Austausch einer funktionstüchtigen Gas- oder Biomasseheizung, die älter ist als 20 Jahre oder einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung
  • zusätzlich 30 % Einkommensbonus für selbstnutzende Wohneigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis max. 40.000 €

Maximal werden 70 % Förderung gewährt. Die reine Vorverlegung ins Haus wird nicht gefördert – hier kann ein Teil der Kosten allerdings als Handwerkerkosten bei der Einkommenssteuer geltend gemacht werden.

Bautagebuch

Hier geht's zum Bautagebuch mit Bildern von der Baustelle:
Bautagebuch Wärmenetz

Primärenergiefaktoren

Primärenergiefaktor für das Wärmenetz im alten Ort:

https://www.district-energy-systems.info/supplysystems/DEBW0770

Primärenergiefaktor für das Wärmenetz Hohenstange:

https://www.district-energy-systems.info/supplysystems/DEBW0769

REACT-EU Projekt: Historisches Zentrum – Grundstein für die konsequente Wärmewende

Im Rahmen des Projekts wird ein effizientes Wärmenetz zwischen verschiedenen kommunalen und kirchlichen Gebäuden im westlichen Zentrum der Gemeinde Tamm zwischen historischer Kelter, neuem Rathaus und Schulzentrum gebaut. Als Ankerkunden des neuen Wärmenetzes ermöglichen diese Gebäude den wirtschaftlichen Betrieb des Netzes. Aktuell liegen die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor, aus der Theorie in die Praxis zu kommen. Inspiriert von diesem Projekt wurden im Januar 2022 die Stadtwerke Tamm als Tochtergesellschaft der Stadt Tamm gegründet. Die Stadtwerke Tamm setzten dieses Projekt um.
Neben den öffentlichen Gebäuden, wird den weiteren an der Wärmeleitung liegenden Gebäuden die Möglichkeit gegeben, sich direkt anzuschließen – für den Rest des Quartiers ist das beantragte Projekt die Keimzelle eines zukünftig deutlich größeren Wärmenetzes, mit dem weite Teile des Wohngebiets des alten Ortes mit erneuerbarer, günstiger Wärmeenergie versorgt werden sollen.

Mit diesem Projekt wollen wir den Grundstein für die ambitionierte Wärmewende in Tamm legen und nehmen die Herausforderung der Wärmeversorgung als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge an.

Gefördert von: