Herzog Ulrich führte in Württemberg 1534/35 die Reformation ein.
Auch Tamm wurde damals evangelisch. Der Schmalkaldische Krieg von
1546/47, den Kaiser Karl V. gegen die evangelischen Reichsstände
führte, stellte vorübergehend den Fortbestand der Reformation in Frage.
Der Hohenasperg erhielt eine spanische Besatzung. Diese drangsalierte
in übler Weise die Bevölkerung der benachbarten Orte.
Mit dem Augsburger Religionsfrieden im Jahr 1555 besserten sich die
Verhältnisse. Herzog Christoph, der Sohn Herzog Ulrichs, gab im Zu-
sammenwirken mit dem Schwäbisch Haller Reformator Johannes Brenz
der evangelischen Kirche Württembergs eine festgefügte äußere und
innere Form, die zweieinhalb Jahrhunderte lang ihre Gültigkeit behielt.
Die geistliche Obrigkeit übte fortan bestimmenden Einfluß auf die
Lebensführung der Untertaten aus. Der von ihr praktizierte moralisch -
sittliche Rigorismus erstickte alle Lebensäußerungen, die nicht strenger
christlicher Glaubensauffassung entsprachen, so fast alle öffentlichen
Lustbarkeiten und Feste.

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