Kirchlich gehörte das Dorf im 14. Jahrhundert zu Markgröningen. Es besaß
jedoch eine Kapelle oder Filialkirche. Diese war St. Bartholomäus geweiht.
Die weite Entfernung von der Mutterkirche hatte für die Bewohner von Tamm
manche Unannehmlichkeiten. Um einen Priester in den Ort zu bekommen, der
täglich eine Messe las und die Einwohner seelsorgerisch betreute, stifteten
Schultheiß und Gemeinde 1331 eine Frühmesse.
Daß ein Dorf in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, offenbar ohne Ver-
mittlung der Ortsherrschaft, eine so wichtige Pfründe errichten und aus eigenen
Vermögen ausstatten konnte, war ungewöhnlich.
Tamm muß schon damals ein verhältnismäßig wohlhabender Ort gewesen sein.
Auch verfügten seine Bewohner bereits über eine bemerkenswerte Eigen-
stänigkeit bei der Verwaltung ihrer kommunalen Angelegenheiten.
Seine kirchliche Verselbständigung indes erreichte es erst Mitte des 15. Jahr-
hunderts. In jene Zeit fiel auch der Neubau des Gotteshauses. Unter der
Leitung des Baumeisters Heinzelmann entstand die imposante spätgotische
Chorturmanlage, die bis heute das beherrschende Wahrzeichen der Gemeinde ist.

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