Auf den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1.September 1939 reagierte
die Bevölkerung mit Bestürtzung und Trauer. Die Opfer und Schrecken des
Ersten Weltkriegs waren noch in allgemeiner Errinerung. Tamm erlebte
bereits am 12./13.Oktober 1941 seinen ersten Luftangriff. Mehrere Häuser
wurden getroffen, ein landwirtschaftliches Anwesen eingeäschert.

                                                          In den Jahren 1943 und 1944 fielen zahlreiche spreng- und Brandbomben  
auf Tammer Gemarkung. Doch hatte das Dorf unwahrscheinliches Glück :
Die Bomben gingen fast ausnahmslos auf freiem Feld nieder und verur-
sachten dadurch nur geringe Schäden.

Im April 1945 wurde unsere Heimat Kriegsschauplatz. In Bietigheim standen
sich zwölf Tage deutsche und französische Truppen gegenüber. Tamm war
während dieser Tage wiederholt das Ziel feindlicher Artillerieüberfälle, bei
denen mehrere Einwohner und hier befindliche deutsche Soldaten getötet
oder verwundet, etliche Gebäude zerstört oder schwer beschädigt wurden.
In der Nacht vom 21. auf den 22.April 1945 ergriffen französische Kriegs-
gefangene Besitz vom Rathaus und übernahmen für mehrere Tage in der Ge-
meinde die vollziehende Gewalt.
Im Juli 1945 ging Tamm mit 19 anderen Gemeinden des westlichen Ludwigs-
burger Kreisgebiets von der französischen an die amerikanische Besatzungs-
macht über. Im Zweiten Weltkrieg hatte Tamm an der Front und in der Hei-
mat 75 Menschenleben zu beklagen.

       

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