Der Erste Weltkrieg (1914-1918) erlegte der Gemeinde mit 55 Ge-  
fallenen hohe Blutopfer auf. Die Niederlage von 1918, die schwierigen
Nachkriegsjahre, die mit dem Amoklauf der Inflation im Jahr 1923 ihren
Gipfelpunkt erreichten, drückten auch Tamm ihren Stempel auf.

  Die begonnene Flurbereinigung konnte 1910 nur zögernd wieder aufge-
nommen werden. Nach kurzer wirtschaftlicher Erholung brach mit der
Weltwirtschaftskrise von 1929 neues Unheil herein.
Tamm schnellte wie anderwärts die Zahl der Arbeitslosen sprunghaft nach
oben.

                   Im Jahr 1933 gelang es der rechtsradikalen Nationalsozialistischen Be-    
wegung, sich in den Besitz der Regierungsgewalt in Deutschland zu setzen.

In Tamm hatten die Vertreter der Hitler-Partei jetzt gleichsfalls das Sagen.
Bürgermeister Karl Mammele, der sich gegenüber der NS-Bewegung nicht
willfähig genug zeigte, hatte einen schweren Stand. Er war im September
1935 schließlich gezwungen, seine vorzeitige Pensonierung zu beantragen.
Unmittelbar nach seiner Zurruhesetzung nahm sich der Verzweifelte das
Leben.
Der vom Hitler-Regime entfesselte Kirchenkampf machte selbst vor einer
Landgemeinde wie Tamm nicht halt. Pfarrer und kirchliche Kreise mußten
sich immer wieder von Parteifunktionären Schikanen und Demütigungen
gefallen lassen, zumal die den christlichen Glauben im Sinne der NS-
Ideologie verfälschende Deutschen Christen hier keinen Boden zu ge-
winnen vermochten.

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