Tamm heute

Die ersten Nachkriegsjahre waren für die Gemeinde sehr schwer. Dazu einige Stichworte : Lebensmittel- und Brennstoffmangel, Wohnungsnot, Aufnahme mehrerer hundert Heimatvertriebener, Sorge um die in Kriegs-gefangenschaft befindlichen Männer, deren Rückkehr sich über drei, vier Jahre hinzog, banges Hoffen auf ein Lebenszeichen von den zahlreichen Vermißten, die dann in den fünfziger Jahren fast alle für tot erklärt werden mußten. Die Währungsreform vom Juni 1948 erfüllte die Menschen mit neuer Zuversicht. die Industrie kam wieder in Gang, die Bauwirtschaft belebte sich. Bis 1961 wuchs die Bevölkerung auf 3905 Personen an.

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Heute wohnen in Tamm etwa 11 600 Einwohner. Die Gemeinde erschloß in den fünfziger und sechziger Jahren ausgedehnte Neubaugebiete, so vor allem nördlich und östlich des alten Ortskerns sowie nördlich der Baulinie. Anfang der siebziger Jahre gab der Gemeinderat grünes Licht für das Wohnungsiedlungsprojekt der Neuen Heimat Baden-Württemberg auf der Hohenstange. Durch die Vergrößerung der bestehenden Industriebetriebe sowie durch die Ansiedlung neuer Gewerbe- und Handelsunternehmen wurden viele neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Gemeinde unternahm große Anstrengungen zur Verbesserung ihrer Infrastruktur. Sie erstellte einen Schulgebäudekomplex für Grund-, Haupt- und Realschule, baute moderne Kindergärten, ein neues Rathaus usw., verbesserte und erweiterte das Straßennetz, führte die Ortskanalisierung durch, ebenso die Sanierung des alten Dorfzentrums.

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In der Nachkriegszeit wandelte sich die konfessionelle Struktur Tamms grundlegend. Infolge des Zustroms von Heimatvertriebenen bildete sich neben der evangelischen Kirchengemeinde eine ansehnliche katholischeSchwestergemeinde. 1970 bekannten sich knapp 30% der Einwohnerschaft zur römisch-katholischen Konfession. Die katholische Seelsorgestelle Tamm wurde 1974 in eine eigenständige Pfarrei umgewandelt, die in der 1969 geweihten St.Petruskirche ihren Mittelpunkt erhielt. Zwischen beiden Konfessionen bestand von Anfang an ein gutes Verhältnis. Im Herbst 1990 konnte das Ökomenische Gemeindezentrum Hohenstange seiner Bestimmung übergeben werden. Die Weihe der beiden Kirchen des Zentrums erfolgte am 4.November jenes Jahres. Die seit 1949 hier bestehende Neuapostolische Gemeinde bezog 1984 im Länderrain ihr neues Gotteshaus.

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